Herzlich Willkommen in Voigdehagen

 

Voigdehagen - das Kleinod im Süden Stralsunds

 

Herzlich Willkommen in Voigdehagen, liebe Besucher. Wir werden Ihnen auf dieser Internetpräsenz den kleinen Ortsteil im Süden von Stralsund vorstellen, welcher 1282 erstmals erwähnt wurde und seit dem 01. Oktober 1928 in Stralsund eingemeindet ist..

 

Getreideernte im August 2017 bei Voigdehagen

 

Highlights des Ortes

Besondere Highlights des kleinen Ortes sind seine Kirche, von der aus die Stadt Stralsund bis in das 18. Jahrhundert hinein kirchlich verwaltet wurde, sowie der Voigdehäger See, welcher durch Mönche aufgestaut wurde und bei Anglern sehr beliebt ist.

 

Geschichte des Ortes

Die Geschichte des Ortes ist nahezu vollständig fertig und umfassend dokumentiert. Die meisten Quellen stammen aus dem Stralsunder Stadtarchiv, insbesondere aus dem Kloster zum Heiligen Geist, welches die Güter Voigdehagen und Zitterpenningshagen über Jahrhunderte hinweg verwaltete. Die erschlossenen Informationen sollten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und somit wurden auch Beiträge in der Wikipedia erstellt und ebenso in den sozialen Netzwerken. 

Blick auf die Kirche in Voigdehagen, welche im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Ein Vorgängerbau existierte allerdings schon im 13. Jahrhundert.

 

Rundgang durch Voigdehagen

Einen Rundgang durch Voigdehagen startet man am besten von der Kirche aus. Empfehlenswert ist neben der Kirche der alte Friedhof, das Pfarrhaus und die alte Kopfsteinpflasterstraße.
Auf dem Damm kann man dann in beide Richtungen die Seen sehen. Der kleinere von beiden ist der Bauernteich, welcher mittlerweile wieder stark verwildert ist und dringend einer Ausbaggerung bedarf, bevor er komplett zuwächst.
Die andere Seite ist der größere Voigdehäger Teich, welcher auch vom Angelverein genutzt wird. Man kann nicht sehr weit laufen, jedoch sollte man zu der Kleingartenanlage gehen, denn von dort kann man einen herrlichen Blick auf das weiße Haus, den See und die Kirche werfen.

Blick über den Voigdehäger See

Wenn man dann den ersten Teil des Rundweges erfolgreich absolviert hat, sollte man in jedem Fall die Straße weiter bergauf gehen, bis man zur asphaltierten Hauptstraße kommt.
Nach rechts geht es Richtung Stralsund und den Bahnhof von Voigdehagen. Die Bahnstation existiert leider nicht mehr. Der Bahnübergang selbst wurde erst vor wenigen Jahren von der deutschen Bahn saniert. Der Bahnhof lag an der Strecke der ehemaligen Berliner Nordbahn, welche Ende des 19. Jahrhunderts hier gebaut worden ist.

Sollten Sie nach Links einschlagen und dann gleich wieder nach Rechts, gelangen Sie zum ehemaligen Gutshaus von Voigdehagen, was sehr schön restauriert wurde. Gegenüber des alten Gutshaus befanden sich bis vor wenigen Jahren auch noch einige Scheunen, welche allerdings sehr baufällig waren und mittlerweile abgerissen wurden. Auch eine Mühle befand sich auf dem Berg. (Ausarbeitungen hierzu werden allerdings noch folgen) Die Recherche ist nicht ganz einfach und wird noch eine Zeit dauern.

 

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Baudenkmäler in Voigdehagen

 

Hier sehen Sie eine Übersicht der Baudenkmäler der Stadt Stralsund in Voigdehagen. Einige Bauwerke sind sehr sanierungsbedürftig. Da sie sehr wichtig für die Stralsunder Geschichte sind, wäre es ein Frevel, sie weiter verfallen zu lassen.

809.  Voigdehagen, Kirche mit Glockenstuhl, Friedhof mit Erbbegräbnis Wulffcrona

810. Voigdehagen, Pfarrhaus

811. Voigdehagen, Voigdehäger Teich mit Staudamm und darauf verlaufener Pflasterstraße

Wir hoffen, das die alte Kopfsteinpflasterstraße, ebenso wie die Sakristei der Kirche bald saniert werden, um diese vor weiterem Verfall zu bewahren.

 

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Landwirtschaft in Voigdehagen

 

Die Landwirtschaft bestimmte seit jeher das Gesicht des Ortes. Um Äcker und Weiden geht es bei den Eintragungen im Stralsunder Stadtarchiv schon im Mittelalter. Mit Ihren Ankäufen und Pachtungen legten die Stralsunder Kaufleute ihren Handelsprofit relativ wertbeständig in Grund und Boden an; ebenso handelte das Heilgeistkloster als Gesamteigentümer (vermutlich seit Ausgang des Mittelalters, nach dem für 1317 der erste Landerwerb in Voigdehagen durch „Sanct Spiritus“ aktenkundig ist).


 

Einen Gesamtüberblick über die Verhältnisse in Voigdehagen vermittelt uns heute die schwedische Matrikelkarte von 1696, das heißt der Überblick über Land und Leute, Erträge und Abgaben, Besitz und Eigentumsverhältnisse. Zunächst erfahren wir, dass 1321 der Ort ein Stralsunder Stadtdorf mit lübischen Recht ist, gegenwärtig aber „seit alten Zeiten“ das „ganze Ackerwesen“ dem Heilgeistkloster gehöre.


Dieses Gut ist verpachtet, der Pächter bewirtschaftet von Voigdehagen aus noch im benachbarten Zitterpenningshagen die Schäferei und sieben“gelegte) Bauernhöfe (man hatte die Bauern von Ihrem Grund und Boden vertrieben und sie wahrscheinlich zu Tagelöhnern gemacht). Als Personal stehen für den Hof lediglich zwei Knechte und eine Magd zur Verfügung, alle andere anfallende Arbeit von der Frühjahrsbestellung bis zur Ernte und die Fuhren im Winter leisten die „Hofgänger“- drei Kossaten und vier Bauern. Drei Pflüge mit Bespannung unterhält der Pächter selbst, die anderen Ackergeräte müssen die Dienstleute stellen. Die Natrikel gibt ferner Auskunft über die Größe der einzelnen Ackerflächen und deren Ertrag. Die feuchten Wiesen liefern dabei nur „20 Last Heu“. Ob davon der Viehbesitz 12 Pferde, 8 Ochsen, 20 Kühe, 12 Stück Jungvieh, dazu 500 Schafe in Zitterpenningshagen) über den Winter gebracht werden konnte, ist ziemlich fraglich.

Weiter nennt das Verzeichnis als Einwohner von Voigdehagen neben dem Pächter, den Pfarrer, seinen Küster, einen Müller, einen Schneider, einen Krugwirt (der zugleich Landwirtschaft betreibt), einen kleinen Landwirt (Einlieger) und eine Witwe.

Der Krieg (d.h. Die Belagerung Stralsunds 1678, Voigdehagen war das Hauptquartier der brandenburgischen Truppen, die auf der Feldmark an der Stadtgrenze eine Schanze aufgeworfen hatten) hat die Ortschaften des Kirchspiels ruiniert, resümiert der Pastor, von dem die meisten Angaben für die Landaufnahme stammen. Er lebte von seiner Landwirtschaft (33 Morgen Acker, Wiesen mit drei bis vier Last Heu) von den Abgaben der Gemeindemitglieder (16 1/3 Scheffel „Meßkorn“) , benötigte aber für seine Wirtschaftsführung sieben Personen (einen Knecht, einen Jungen, zwei Mägde, drei Hirten)! Der Küster existierte da wohl bescheidener von einer Hafergabe von Wurst, Brot, Eiern und dem kärglichen Ertrag eines kleinen Ackerstücks.


Die Akten des Stadtarchivs berichten auch von häufigen Reibereien zwischen den Pächtern von Voigdehagen und den dienenden Bauern. So gelangen diese Querelen bis in den „hochedlen Rath“ der 1776/1777 beide Seiten zur Erfüllung der bestehenden Vereinbarung ermahnt und den Pächter darüber hinaus ersucht von weiterer, beabsichtigter Legung von Bauern abzusehen.


Peter Uerkvitz, OZ 1982

 

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Jakobsweg in Voigdehagen

 

Man mag es kaum glauben, aber auch der berühmte Jakobsweg nimmt bei seinem Verlauf den Weg durch Voigdehagen. Alle Wege führen letztlich in das spanische Santiago de Compostela. Etliche Tausend Christen pilgern dort jedes Jahr hin. Auch in Deutschland gibt es dazu zahlreiche bekannte Routen, hier lohnt sich ein Blick ins Wikipedia auf jeden Fall. Der hier angezeigte Weg ist die Teilroute Via Scandinavia.

Ausschnitt der Karte des Jakobswegs der Via Scandinavia

 

Und Voigdehagen ist mittendrin

Die Ausschnitte kann man sich auch bei Google Maps ansehen.

 

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Bilder von Voigdehagen

 

In der Bildergalerie finden sich zahlreiche Bilder von Voigdehagen, seiner Kirche, des Sees und seiner Umgebung.

Blick auf die Kirche von Richtung Süden. Die Kirche hatte einmal einen Turm - dort wo heute der Glockenstuhl steht.

 

Weg zur Kirche und zum Friedhof

 

Blick auf den Eingang zur schwedischen Patronatsloge. Durch diese Tür gingen zu jener Zeit einmal die schwedischen Landesherren durch.

 

Blick auf das weiße Haus in Voigdehagen. Das ist nicht das Gutshaus, auch wenn es sicherlich das Imposanteste ist.

 

 

 

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